Wie mit Kindern über den Krieg reden?
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hat Tipps für Eltern

Familien auf der Flucht, zerstörte Städte, Panzer, Soldaten, Sirenengeheul: Seit mehr als zwei Wochen prägen auch hierzulande diese Eindrücke des Kriegs in der Ukraine die alltägliche Stimmung – nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von Kindern. Das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) hat daher für Eltern die Handreichung „Mit Kindern über den Krieg reden. Was Kinder brauchen und was Eltern wissen sollten“ aufgelegt. Ein zentraler Ratschlag darin: „Sie müssen Kindern nicht alles sagen. Aber was Sie sagen, sollte wahr sein.“ Die Handreichung steht kostenlos zum Download unter www.ku.de/zfg zur Verfügung.

In Kooperation mit der Katholischen Militärseelsorge

Die kompakte vierseitige Publikation gibt Eltern in verständlicher Sprache einige Hinweise, wie sie mit ihren Kindern über den Krieg sprechen können. Grundlage ist die Expertise des ZFG aus einer seit vielen Jahren bestehenden Kooperation mit der Katholischen Militärseelsorge. 

„Der Versuch, die belastenden und ängstigenden Themen wie Krieg, Flucht, militärische Aufrüstung und wechselnde Bedrohungslagen von Kindern fern zu halten, um sie vermeintlich zu schützen, wird nicht immer funktionieren. Denn im Freundeskreis, im Kindergarten, in der Schule und in den Medien wird vieles bereits thematisiert“, schreiben die Autoren Dr. Peter Wendl, Alexandra Ressel und Peggy Puhl-Regler in ihrer Handreichung. Da Kinder oftmals nur rudimentäres Wissen zu einem Thema hätten, solle zu Beginn eines Gesprächs geklärt werden, was sie bereits dazu wissen. Weiterführende Erklärungen zu den Schreckensmeldungen aus den Nachrichten sollten auf das Wichtigste beschränkt werden.

Nicht die ganze „ungeschönte“ Wahrheit

Um Kindern etwas zu erklären und begreiflich zu machen, brauche es keinesfalls die ganze „ungeschönte“ Wahrheit. Denn je nach Alter könnten Kinder Sachverhalte und Gegebenheiten noch gar nicht vollumfänglich erfassen. Vielmehr sei es wichtig, ihnen die für sie notwendigsten Informationen knapp und möglichst neutral darzustellen. 

Zur Orientierung bietet die Handreichung daher auch einen generellen Einblick, wie sich die Wahrnehmung und der Umgang mit belastenden Eindrücken abhängig vom Lebensalter der Kinder gestalten. Das Autorenteam der Handreichung rät dazu, die Sorgen und Gefühle der Kinder ernst zu nehmen, Alltagsroutinen beizubehalten und eine unnötige Konfrontation mit dramatischen Eindrücken zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund bietet die Publikation zudem Tipps für den altersgerechten Umgang mit der medialen Berichterstattung zum Krieg. Am Ende finden sich zwei Buchtipps und weitere hilfreiche Links.  

 

Pressemitteilung KU Eichstätt-Ingolstadt, In: Pfarrbriefservice.de

wir möchten frieden (c) Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de

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